Historische Aufarbeitung in Stiftungen: Michael Kamp und Ina Deppe im Interview mit „Die Stiftung“
11. Juni 2026Wie gehen Stiftungen mit ihrer eigenen Geschichte um – und welche Bedeutung hat historische Aufarbeitung für ihre Arbeit in der Gegenwart? Diesen Fragen widmet sich ein Beitrag in der Februar-Ausgabe 2026 der Zeitschrift Die Stiftung – Magazin für Stiftungswesen und Philanthropie. Für das Magazin sprachen unser geschäftsführender Gesellschafter Dr. Michael Kamp und die Historikerin Ina Deppe im vergangenen Jahr im F.A.Z. Tower in Frankfurt ausführlich über Erfahrungen und Perspektiven der historischen Stiftungsforschung.
Im Mittelpunkt des Beitrags stehen mehrere unserer Arbeiten und Forschungsprojekte, etwa zu Else Kröner-Fresenius-Stiftung, zur Mez-Starck-Stiftung sowie zur Münchner Rosner-und-Seidl-Stiftung. Der Beitrag zeigt, wie sich Stiftungsgeschichte, Unternehmensgeschichte und die Biografien von Stifterinnen und Stiftern miteinander verknüpfen und welche Erkenntnisse sich daraus für das Verständnis der jeweiligen Institutionen gewinnen lassen.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Erforschung der NS-Zeit und möglicher Belastungen von Stiftungen und Unternehmen, aus denen sie hervorgegangen sind. Zugleich wird die Frage diskutiert, welche Rolle historische Forschung für das institutionelle Selbstverständnis und die Wertevermittlung von Stiftungen spielen kann. Die kritische Auseinandersetzung mit der eigenen Vergangenheit gilt heute als wichtiger Bestandteil institutioneller Verantwortung. Historische Aufarbeitung kann dazu beitragen, Entwicklungen und Kontinuitäten sichtbar zu machen und damit Transparenz, Glaubwürdigkeit sowie historisches Bewusstsein zu stärken.