Aktuelles

Irmgard Ulderup (1922 bis 2011). Biografie einer Stifterin

23. Mai 2022

Heute veröffentlichen wir im August Dreesbach Verlag die Biografie von Irmgard Ulderup. Sie war die Ehefrau von Jürgen Ulderup, dem Gründer der in der ZF Friedrichshafen AG aufgegangenen Lemförder Metallwaren.

Das Buch erzählt den Lebensweg einer imponierenden Frau, die als Unternehmerin und Stifterin prägend für die norddeutsche Dümmerregion und ein Vorbild in Sachen Tatkraft und Verantwortungsbewusstsein war. Sie agierte für die Öffentlichkeit zwar oft nicht sichtbar, prägte das Unternehmen jedoch maßgeblich. Sie förderte die Internationalisierung des mittelständischen Automobilzulieferers und kümmerte sich um dessen Außendarstellung. Seit den 1990er-Jahren verwirklichte Irmgard Ulderup als Stifterin eigene Visionen und baute eine gemeinsam mit ihrem Mann gegründete Stiftung zur heutigen DR. JÜRGEN UND IRMGARD ULDERUP STIFTUNG aus, die Bildung, Wissenschaft und Forschung fördert. 

Dr. Michael Kamp wird die Biografie dieser Persönlichkeit im Rahmen einer Feierstunde der DR. JÜRGEN UND IRMGARD ULDERUP STIFTUNG und des Romanischen Seminars an der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg vorstellen.


Zeitgeschichte mal ganz anders!

26. April 2022

Anfang April eröffnete Dr. Michael Kamp mit einem Vortrag über „Zeit und Zeitzeug*innen“ die Kunstausstellung „Die Zeit“ im Kulturmodell Bräugasse in Passau. In der Ausstellung werden Werke der Künstler*innen Gabriela Römer, Susanne Hintz und Gérard Glotz gezeigt, die sich in den ausgestellten Bildern mit den vielen Facetten der „Zeit“ beschäftigen.

Basierend auf unseren reichhaltigen Erfahrungen und Erkenntnissen aus der Arbeit mit Zeitzeug*innen legte Michael Kamp in seinem Vortrag dar, wie das Individuum die erlebte „Zeit“ bewusster erfahren kann. Zunächst geht es darum, Meilensteine und Zäsuren – ähnlich wie in einem Zeitzeug*innen-Gespräch – rückwirkend zu identifizieren und konzentriert nachzuvollziehen. Überträgt man die gewonnenen Erkenntnisse auf die Gegenwart und macht sich bewusst, dass es immer wieder neue Meilensteine und Zäsuren gibt, wird das Hier und Jetzt greifbarer und die Zeit “rauscht“ nicht einfach an uns vorbei.

Im Anschluss an den Vortrag diskutierten die anwesenden Gäste bei Snacks und Getränken lebhaft über unterschiedliche Zeitwahrnehmungen – wobei die Zeit in diesem Fall wie im Fluge verging.


Die Geschichte der Nürnberg Gummi Babyartikel GmbH & Co. KG

29. März 2022

Das Familienunternehmen Nürnberg Gummi – der älteste deutsche Hersteller von Saugern für Babytrinkflaschen und Beruhigungssaugern, kurz Schnuller, – wurde 1932 gegründet. Die „Sauger-Experten“ aus dem fränkischen Rednitzhembach bzw. Georgensmünd haben uns damit beauftragt, ihre Firmengeschichte aufzuarbeiten und ein Buch zu schreiben. Neben der Firmenhistorie wird auch die Geschichte der Eigentümerfamilie, die das Unternehmen aktuell in vierter Generation führt, dokumentiert.

Die Arbeiten am Projekt haben Mitte März 2022 begonnen. In einem ersten Schritt wurden von unserem Team vor Ort historische Unterlagen gesichtet und dabei mehr als 1.000 Dokumente und Bilder für die weitere Auswertung digitalisiert. Dazu gehören zum Beispiel auch Prospekte (s. Abbildung).


BSH-Wiki verzeichnet millionsten Zugriff

18. März 2022

Das deutschsprachige Geschichtswiki der BSH Hausgeräte GmbH feiert fünfjähriges Jubiläum. Pünktlich hierzu konnte kürzlich der millionste Zugriff auf die Seite verzeichnet werden. Das parallel verfügbare englischsprachige Geschichtswiki verbuchte seit der Freischaltung im März 2017 knapp 450.000 Zugriffe. Das von Neumann & Kamp zum 50. Jubiläum von Europas größtem Hausgerätehersteller im Jahr 2017 konzipierte Wiki ist frei im Internet verfügbar und präsentiert detailliert die Firmen- und Markengeschichte der BSH – vom frühen Staubsauger, der „Entstäubungspumpe“, bis zur modernen Home Connect-App. Das Wiki wird regelmäßig aktualisiert und fortgeschrieben.

Die hohen Zugriffszahlen belegen die Attraktivität des Wiki-Formats zur webbasierten Darstellung von Firmengeschichte. Es bietet den Nutzer:innen einen hohen Informationsgehalt, da es Themen, Daten, Texte, Quellen, Bilder, bei Bedarf auch Filme und Zeitzeugengespräche, strukturiert und verlinkt. Wer möchte, kann sich durch das Wiki treiben lassen oder gezielt nach Informationen recherchieren.


100 Jahre Nehlsen AG

10. März 2022

Spaß bei der Arbeit zum Projektauftakt für die Nehlsen AG! Das Bremer Unternehmen für Recycling, Entsorgung und Reinigung wird 2023 einhundert Jahre alt – und wir schreiben die spannende Geschichte für das große Jubiläumsbuch.

Bei der ersten Quellensichtung vor Ort freuten sich Kommunikationsleiterin Marcia Kantoks und Nadine Beck, die Leiterin unserer Hamburger Niederlassung, über erste Erkenntnisse. In zwölf Kartons fanden sie zahlreiche Quellen, die zum Teil aus der Anfangszeit von Nehlsen stammen – etwa Fotos von Pferdefuhrwerken, mit denen in Bremen noch vor hundert Jahren der Hausrat abgeholt wurde, VHS-Videokassetten, deren Inhalt noch gesichtet werden muss, und Telegramme, in denen andere Unternehmen 1973 zum 50-jährigen Firmenjubiläum gratulierten. Fünf Jahrzehnte später freuen wir uns schon auf das schöne Projekt im noch schöneren Bremen!


Ukraine-Hilfe von NK für afrikanische Geflüchtete

9. März 2022

„Ich hatte auch ein Fahrrad. Aber ich musste es dort lassen.“ Philbert, 9 Jahre alt.

„Ich habe unseren Fernseher ins Bett gelegt, wegen der Bomben, und eine Decke drüber geworfen.“ Elisabeth, Mutter von Philbert, über ihre Flucht aus der Wohnung in Winnyzja nach der russischen Invasion in die Ukraine.

Zu unserem Team gehört Kennedy aus Ghana. Er studiert in Deutschland Medizin und arbeitet in einigen unserer Projekte mit. Er erhielt einen Notruf von afrikanischen Studierenden in der Ukraine, die nach Kriegsbeginn aus dem Land geflohen waren und nun in Bukarest festsaßen. Dass aus der Ukraine auch Menschen aus Drittstaaten vor der russischen Invasion flüchten müssen, wurde gerade in den ersten Kriegstagen vielfach übersehen. Wir starteten eine Hilfsaktion, um die Studierenden nach München zu holen. Ziel war, ihre Reise aus der Ferne zu organisieren und ihnen in München praktische Hilfe zu leisten.

Nach 30-stündiger Fahrt durch Rumänien, Ungarn und Österreich und einer langen Registrierungspause in Rosenheim kamen die ersten Geflüchteten Freitagnacht (4. März 2022) in München an, weitere erreichten am Samstag den Münchner Hauptbahnhof. Ein Team von uns nahm sie in Empfang und half jenen, die weiterreisen wollten, beim Ticketerwerb – die Deutsche Bahn agiert vorbildlich, denn sie lässt alle aus der Ukraine Geflüchteten frei fahren. Den anderen, die in München bleiben wollten, halfen wir, eine Unterkunft zu finden. Die meisten der Studierenden kamen privat unter, zum Teil im Bekanntenkreis unserer Mitarbeitenden und sogar bei einem unserer Kunden. Die Hilfsbereitschaft von Privatpersonen ist enorm, auch Hotels helfen mit günstigen Zimmern.

Zur Gruppe der afrikanischen Studierenden gehören auch Elisabeth mit ihren Söhnen Philbert und Ans (siehe Foto), die wir noch in der Nacht vom Freitag zum Samstag in einem Hotel in Rosenheim untergebracht haben. Sie waren insgesamt 9 Tage unterwegs.

Letztlich konnten wir dazu beitragen, dass 28 junge Menschen nun wohlbehalten in Deutschland untergekommen sind und sich ohne Gefahr für Leib und Leben der Frage widmen können, wie und wo es mit dem Studium weitergeht. Wir versuchen, auch hierbei zu helfen.

Bildnachweis:
Rathaus: Christian Sepp; Rest: Dr. Michael Kamp


Not macht(e) erfinderisch: 100 Jahre Caritasverband der Erzdiözese München und Freising e. V.

3. März 2022

Am 10. Februar 1922 wurden die bereits seit einigen Jahren existierenden Caritasverbände auf dem Gebiet der Erzdiözese München und Freising offiziell zum „Caritasverband der Erzdiözese München und Freising e. V.“ zusammengefasst. In Zusammenarbeit mit dem Caritasverband haben wir eine digitale Ausstellung konzipiert, die anschaulich ein Jahrhundert wechselvoller Caritas-Geschichte beschreibt. Ausgehend von den Grundlagen der öffentlichen und privaten Armenfürsorge im 19. Jahrhundert wird in einem Zeitstrahl in Schlaglichtern von der Verbandsgründung, der NS-Zeit und der Entwicklung zu einem modernen Wohlfahrtsunternehmen nach 1945 berichtet. Der Leser kann sich dabei eingehend über die rechtlichen Rahmenbedingen für den Verband, wichtige Persönlichkeiten, Hilfe für Geflüchtete, Psychologische Beratung und Suchtberatung, Pflege im Alter, Gastarbeiter und vieles mehr informieren.

Neben der digitalen Ausstellung entstand eine Wanderausstellung auf sechs DIN A0-Plakaten, die im Jubiläumsjahr durch ausgewählte Einrichtungen des Diözesan-Caritasverbands touren wird.

Link zur digitalen Ausstellung: www.100-jahre-nah-am-naechsten.de/historische-ausstellung


Von der Seidentrocknungsanstalt Zürich zur Testex AG

28. Januar 2022

Die Geschichte der 1846 gegründeten Seidentrocknungsanstalt Zürich ist unmittelbar mit dem Aufstieg und dem Niedergang der Zürcher Seidenindustrie verknüpft. Das vorliegende Buch zum 175-jährigen Jubiläum beschreibt die Geschichte des Unternehmens, das – anders als viele Textilunternehmen – nicht vom Markt verschwand, sondern sich neu erfand. Es konzentrierte sich zunehmend auf den Bereich der Textilprüfungen und firmierte ab 1970 unter dem Namen Testex AG. Das Buch befasst sich insbesondere mit dem Ausbau des Prüfbetriebs, dem strategisch bedeutsamen Beitritt zur OEKO-TEX-Gemeinschaft 1993 und dem starken Wachstum seit der Jahrtausendwende.

Die Publikation ist ein wichtiger Beitrag zur Forschung über die Zürcher Seidenindustrie. Das modern gestaltete Buch wird abgerundet durch hochwertiges Papier und die textile Anmutung des Covers aus bedrucktem Leinen.

Mehr zum Buch erfahren Sie hier.


Drei prägende Frauen bei Voss

26. Januar 2022

Häufig wird in der deutschen Wirtschaftsgeschichte der weibliche Einfluss auf Unternehmen vernachlässigt. Im Zentrum stehen männliche Unternehmensführer, die als „Wirtschaftskapitäne“ mit patriarchalischem Führungsstil ihre Unternehmen leiteten. Unser jüngst erschienenes Buch leistet einen Beitrag, diese Forschungslücke zu schließen.

Die Autoren Michael Kamp, Robert Kieselbach und Jan-Hendrik Pieper beschreiben in „Emmy Voss, Christa Voss, Erika Wehrli-Voss – Drei prägende Frauen für Voss“ auf 172 Seiten den wichtigen Einfluss dreier weiblicher Familienmitglieder auf Gründung und Ausbau der in Wipperfürth ansässigen VOSS Gruppe. Ein Fokus liegt dabei auf der häufig vergessenen Geschichte mitarbeitender Unternehmerfrauen in Familienunternehmen von der Weimarer Republik bis in die Gegenwart. Mit seiner reichen Bebilderung zollt das Buch den Lebenswerken der drei Frauen Anerkennung. Es ist zudem eine wichtige Ergänzung zur 2015 erschienenen Biografie „Hans Hermann Voss – Ein Unternehmer aus dem Bergischen Land“.

Hier erfahren Sie mehr über das Buch.


Buchpräsentation auf Schloss Callenberg am 13.11.2021

10. Dezember 2021

Am 13. November 2021 fand in würdiger Umgebung der Festakt „200 Jahre Sparkasse Coburg – Lichtenfels“ statt: auf Schloss Callenberg, das lange Zeit als Hauptwohnsitz der Herzöge von Sachsen-Coburg und Gotha diente. Ort der Veranstaltung war die Kapelle des Schlosses. Dort erhielten wir die Gelegenheit, die von uns verfasste Festschrift zu präsentieren.

Neben den Festrednern der Sparkasse sprach auch unser Geschäftsführer und Mitautor des 160 Seiten starken Buches Dr. Michael Kamp (s. Bild). Er berichtete von der Entstehung des Buchs seit 2019. Viele Zeitzeuginnen und Zeitzeugen haben mitgewirkt und waren auch eingeladen. Dr. Kamp gab auch einige Anekdoten zum Besten, auf die das Historiker:innen-Team von Neumann & Kamp während der Arbeit am Buch gestoßen war. So stellte beispielsweise die vorübergehende Lagerung von 50 Tonnen der zum 1. Januar 2002 einzuführenden Euromünzen eine logistische Herausforderung für die Sparkasse dar. Seinerzeit wurde die Hauptstelle des Geldinstituts gerade umgebaut, weshalb die Geldkisten nicht einfach durch das Gebäude gefahren werden konnten. Stattdessen wurden sie mit einem Baukran in den Innenhof gehoben, um sie von dort per Hubwagen in den Tresor zu bringen. Nach dem Festakt gab es ein gutes Essen mit Wein aus Franken. Dabei ergab sich reichhaltig Gelegenheit, Coburger und Lichtenfelser Geschichte und Geschichten mit den Gästen aus der Sparkassenwelt, aus Politik, Wirtschaft und aus der Region zu vertiefen.

Bild: Matthias Georgi


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