Aktuelles

Die Jahrgangsbücher: Nostalgie zum Verschenken

26. Februar 2026

Wissenswertes und Kurioses aus dem eigenen Geburtsjahr und ein Rückblick in Kindheit und Jugend: Das bieten die Jahrgangsbücher, die jedes Jahr bei Pattloch unter dem Titel „Ein ganz besonderer Jahrgang“ erscheinen. Seit 2015 recherchiert, schreibt und bebildert Neumann & Kamp die Inhalte für diese besondere Geschenkidee. Gerade sind die Bücher für die Geburtsjahrgänge 1946 bis 1986 sowie für die Goldene Hochzeit 2026 erschienen.

Jeder Band beleuchtet das jeweilige Geburtsjahr mit Themenseiten zu Alltag, Trends, Medien, Sport, Verkehr und Zeitgeschehen sowie das Kindheits- und das Jugendjahrzehnt. So wird den Beschenkten ein nostalgischer Rückblick auf die Zeitspanne von der Geburt bis zum 20. Geburtstag beschert – ganz gleich, ob sie in der Bundesrepublik oder der DDR aufgewachsen sind.


Rechercheprojekt für das Dokumentationszentrum Flucht, Vertreibung, Versöhnung

Im Auftrag des Dokumentationszentrums Flucht, Vertreibung, Versöhnung in Berlin sind wir der Frage nachgegangen, wie Flüchtlinge und Vertriebene, die nach 1945 nach Berlin kamen und dort blieben, in der Stadt lebten und arbeiteten. Was beschäftigte sie, wie begegnete man ihnen – und wie prägten sie Berlin langfristig?

Wir recherchierten Lebensgeschichten, suchten Gesprächspartner:innen und Objekte, mit denen sich Geschichte und Alltag von Flüchtlingen und Vertriebenen in West- und Ost-Berlin bis 1969 erzählen lassen. Ebenso nahmen wir die Reaktionen der DDR-Behörden in den Blick, insbesondere die Beobachtung der sogenannten Umsiedler durch die Staatssicherheit. Nach Abschluss der Arbeiten konnten wir dem Dokumentationszentrum neben zwei themenspezifischen Rechercheberichten, Kurzbiografien und Kontakten zu Zeitzeug:innen auch eine Liste mit knapp 120 möglichen Ausstellungsobjekten vorlegen.

Unsere Arbeit war Teil der Vorbereitungen für die Sonderausstellung „Zuflucht Berlin. Vertriebene in der geteilten Stadt“, die ab Frühjahr 2027 auf rund 460 Quadratmetern im Dokumentationszentrum Flucht, Vertreibung, Versöhnung in Berlin zu sehen sein wird.

Bild: Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung, Einblicke in die Ständige Ausstellung, fotografiert von Markus Gröteke.


Neue Erinnerungszeichen in der Ohmstraße in München

4. Februar 2026

Seit vergangener Woche wird an ihrem ehemaligen Wohnhaus in München an die Familie Rothschild erinnert. Im Rahmen des Projekts „Jüdisches Leben in der Ohmstraße“ haben wir am 27. Januar, dem Internationalen Holocaust-Gedenktag, gemeinsam mit der Landeshauptstadt München und ihrem Kulturreferat Public History München fünf neue Erinnerungszeichen in der Ohmstraße angebracht. Die Erinnerungszeichen sind das lokale Pendant zu den bundesweit bekannten Stolpersteinen.

Neben den vier Mitgliedern der Familie Rothschild erinnert eines der neu angebrachten Zeichen an Siegfried Mathias. Der jüdische Kaufmann wurde von den Nationalsozialisten enteignet und nahm sich am 28. Januar 1939 in München das Leben. Während seine Kinder Hans und Else in die USA bzw. nach Argentinien emigrieren konnten, wurden seine Söhne Karl und Georg in Auschwitz ermordet.

Bei der feierlichen Einweihung der Erinnerungszeichen waren neben zahlreichen Nachbar:innen und Teilnehmenden des Projekts auch internationale Medien vor Ort. Wir freuen uns über das Interesse an den Geschichten der Familie Rothschild und Siegfried Mathias und die Aufmerksamkeit, die sie somit jetzt endlich erfahren.

Bilder: Lu Wang, Neumann & Kamp Historische Projekte


Neue Biografie: Heinrich Dräger. Unternehmer, Publizist und Stifter

5. Dezember 2025

Seit 2020 arbeitet das Team von Neumann & Kamp an der Biografie von Heinrich Dräger. Dieser leitete das Drägerwerk in Lübeck in dritter Generation von 1928 bis 1986. Im Zuge des Projekts wurden auch die Dräger-Archive weiter erschlossen, wodurch bislang unbekannte Materialien – unter anderem zum Alltag an der Westfront und zur Gasschutztechnik im Ersten Weltkrieg – zugänglich wurden. Diese Quellen flossen in den nun erschienenen ersten Band der auf drei Bände angelegten Biografie Heinrich Drägers ein.

Der Band rekonstruiert auf Basis des umfangreichen Quellenbestands Drägers familiäre und soziale Prägungen sowie seinen nicht geradlinigen Weg ins Familienunternehmen. Behandelt werden unter anderem seine Schulzeit in Lübeck, der Fronteinsatz im Ersten Weltkrieg mit 18 Jahren, Erfahrungen im Gaskrieg, militärische Lieferungen des Drägerwerks, die Revolution in Lübeck, der Einsatz in einem Freikorps, ein Landwirtschaftsstudium, die Tätigkeit als Landwirt und schließlich der Eintritt in das Unternehmen. Die Darstellung verbindet diese biografischen Stationen Drägers mit größeren Strukturprozessen wie der Industrialisierung Norddeutschlands, den Umbrüchen des Kriegs und der politischen und ökonomischen Instabilität der Weimarer Republik.

Der erste Band „Jugend und Findung. 1898 bis 1931“ von Michael Kamp ist im Siedler Verlag, München, erschienen.

Das Drägerwerk ist heute ein weltweit tätiges Unternehmen der Medizin- und Sicherheitstechnik mit über 16.000 Beschäftigten. Seine Produkte – von Beatmungsgeräten und Patientenmonitoren bis hin zu Atemschutz- und Sicherheitssystemen – gelten als „Technik für das Leben“.



200 Jahre Dettendorfer: Das Buch zum Jubiläum einer traditionsreichen Spedition

20. November 2025

Die Spedition Dettendorfer in Nußdof am Inn feiert 2025 ihr 200-jähriges Bestehen. Aus diesem Anlass erschien eine Jubiläumspublikation, die von Neumann & Kamp und der Zwey Verlagsgesellschaft erstellt wurde.

Die Wurzeln der heutigen Johann Dettendorfer Spedition Ferntrans GmbH & Co. KG reichen weit vor das offizielle Gründungsjahr 1825 zurück. Bereits im Mittelalter waren die Vorfahren der Familie in der Region Nußdorf am Inn im Transportwesen aktiv – als Bauern, Innschiffer und Alpenüberquerer, die Waren über weite Strecken beförderten. Diese frühe Verbindung zur Logistik prägt die Identität des Unternehmens bis heute. Mit der offiziellen Gewerbeeintragung 1825 begann die moderne Firmengeschichte. Besonders in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts entwickelte sich Dettendorfer zu einer vielseitigen, international tätigen Unternehmensgruppe. Trotz des Wachstums blieb der Bezug zu Herkunft, Werten und Tradition stets zentral.

Die neue Publikation zeigt in kompakten Texten, Bildstrecken und persönlichen Einblicken die wichtigsten Stationen der Unternehmensentwicklung und zeichnet ein lebendiges Porträt der Spedition Dettendorfer und der Eigentümerfamilie.


Eröffnung der Ausstellung „Jüdisches Leben in der Ohmstraße“

13. November 2025

Am 9. November wurde in der Ohmstraße 13 in München die Ausstellung „Jüdisches Leben in der Ohmstraße“ eröffnet. Rund 200 Interessierte kamen am ersten Tag in die Ohmstraße. Die Ausstellung stellt 14 Biografien ehemaliger Bewohner:innen der Straße vor. Werke von Patricia Wolf, Christian Boltanski und Ariel Schlesinger ergänzen die Lebensgeschichten und nähern sich dem Thema auf künstlerische Weise.

Konzipiert und gestaltet wurde die Ausstellung von Neumann & Kamp auf Grundlage der Recherchen, die im Bürgerprojekt Ohmstraße entstanden sind. Neumann & Kamp ist seit 2022 an dem Projekt beteiligt. Die heutigen Bewohner:innen der Straße in München-Schwabing erforschen darin die Schicksale der 200 Jüdinnen und Juden, die zwischen 1933 und 1945 hier lebten. 90 von ihnen überlebten die NS-Zeit nicht. Ihre Geschichten waren weitgehend in Vergessenheit geraten. Mit unserer Expertise unterstützen wir die Teilnehmenden bei ihren Recherchen.

Auch die Ausstellung selbst setzt auf Beteiligung. Historische Dokumente wurden auf Pappe reproduziert und können durchgeblättert, fotografiert und sortiert werden. Die Besuchenden nutzten dieses Angebot intensiv und zeigten großes Interesse an diesem besonderen Einblick in die Quellen.

Die Ausstellung „Jüdisches Leben in der Ohmstraße“ kann am kommenden Wochenende letztmalig besucht werden. Öffnungszeiten am 15. und 16. November: jeweils von 14 bis 17 Uhr in der Ohmstraße 13 in München-Schwabing.

Bilder: Dr. Michael Kamp


200 Jahre Dreiturm: Wandel, Verantwortung und Innovation

10. November 2025

Anlässlich des 200-jährigen Bestehens der Dreiturm GmbH in Steinau an der Straße hat Neumann & Kamp Historische Projekte das Jubiläumsbuch „200 Jahre Dreiturm“ im hessischen Steinau erarbeitet. Auf rund 130 Seiten zeichnet das Buch die Entwicklung des Unternehmens von seiner Gründung im Jahr 1825 als Seifensiederei bis hin zum Hersteller von Hygiene- und Kosmetikprodukten chronologisch nach.

Das Werk verbindet wirtschafts- und sozialgeschichtliche Perspektiven mit anschaulichem Bildmaterial und gut verständlichen Texten. Das grafische Konzept, das von der der Zwey Verlagsgesellschaft entworfen wurde, orientiert sich an der Ästhetik der Neuen Moderne, die auch das 1929 erbaute Dreiturm-Werk prägt. Ein wichtiges Element des Jubiläums ist die Würdigung der jüdischen Gründerfamilie Wolf, die während der NS-Zeit enteignet und zur Emigration gezwungen wurde. Zu Ehren ihres unternehmerischen und gesellschaftlichen Engagements – insbesondere jenes von Ilse Wolf, der Witwe von Max Wolf – wurde im Rahmen der Feierlichkeiten eine zum Werksgelände führende Straße nach ihr benannt.

Die Jubiläumspublikation zeigt, wie Dreiturm seit zwei Jahrhunderten Wandel, Verantwortung und Innovation vereint und unterstreicht die Bedeutung historischer Unternehmensforschung als Bestandteil gelebter Erinnerungskultur.

Das Buch „200 Jahre Dreiturm. 1825–2025″wurde von Anton Till und Nadine Beck von Neumann & Kamp Historische Projekte recherchiert und geschrieben. Redaktion und Gestaltung übernahm die Zwey Verlagsgesellschaft.


Geschichte mit Gummi: Firmenchronik der „Sauger-Experten“

2. Oktober 2025

Nürnberg Gummi – das fränkische Traditionsunternehmen für Babyartikel in Rednitzhembach – blickt auf mehr als ein Jahrhundert Erfahrung in der Gummiwarenproduktion zurück. Offiziell 1932 gegründet, reichen die Wurzeln von Nürnberg Gummi bis an den Beginn des 20. Jahrhunderts zurück.

Neumann & Kamp wurde von den „Sauger-Experten“ beauftragt, die Firmengeschichte aufzuarbeiten. Seit März 2022 sichtete unser Team historische Unterlagen, digitalisierte über 1.000 Dokumente und Bilder – darunter Prospekte und seltenes Bildmaterial – und verfasste die Chronik des Unternehmens. Das Ergebnis ist nun als Buch erschienen.

Im Zentrum der Publikation steht ein Produkt, das jeder kennt: der Schnuller. Nürnberg Gummi gilt als ältester deutscher Hersteller von Saugern für Babyflaschen und Beruhigungssaugern und wird heute in vierter Generation geführt. Neben der Unternehmensentwicklung erzählt das Buch auch die Geschichte der Familie Hartmann-Vogl, die das Unternehmen geprägt hat. So entsteht ein lebendiges Bild von Wirtschaft, Familie und Alltagskultur – rund um einen kleinen Gegenstand, der jede Generation aufs Neue begleitet.

„Nürnberg Gummi. Schnuller und Flaschensauger seit 1932“ hat 144 Seiten und ist als Paperback bei der Zwey Verlagsgesellschaft in München erschienen.


Geschichte der Spinnweberei Uhingen-Waldkirch

25. September 2025

Ein neues Buch von Neumann & Kamp zeichnet die Geschichte der Spinnweberei Uhingen-Waldkirch (SWU) nach. Es entstand im Auftrag von Jürgen Richert, der auch als Autor an dem Buch mitwirkte. Die Publikation beleuchtet nicht nur industriehistorische Entwicklungen, sondern auch soziale und kulturelle Aspekte des Textilgewerbes in Südwestdeutschland. Das Unternehmen, gegründet von der jüdischen Familie Rothschild, wurde „arisiert“, und die Familie floh in die USA. Nach dem Zweiten Weltkrieg kehrte Harry Rodgers, ehemals Hans Rothschild, zurück, um die Firma erneut zu leiten. Überraschend vermachte Rodgers, der 1969 starb, seine Mehrheitsanteile der Augenärztin Hella Richert. Ihr gelang fortan der Spagat, ein Unternehmen zu leiten und gleichzeitig als Ärztin zu praktizieren.

Obwohl nicht vom Fach, führte Richert das Unternehmen über vier Jahrzehnte erfolgreich durch eine schwierige Zeit, in der die Textilbranche einen langsamen Niedergang erlebte. Die SWU stellte Gewebe unter anderem für Cabrio-Verdecke, für Jeanshosen, für ADO-Gardinen oder für Kunstwerke her. Auch Kunst spielte in der Unternehmensgeschichte eine wichtige Rolle. Mitgesellschafter war der Kunsthistoriker Prof. Julius Held, dessen Biografie und Wirken als Kenner des Malers Rubens in das Buch einfließen. Die Künstlerin Anna Held-Audette, berühmt für ihre Industriemalerei, war ebenfalls für einige Jahre Mitgesellschafterin der SWU.

Das Buch „Spinnweberei Uhingen-Waldkirch. 1894 gegründet. Eine deutsch-jüdische Firmengeschichte“ von Michael Kamp und Jürgen Richert umfasst 264 Seiten und ist in der Zwey Verlagsgesellschaft in München erschienen.


Neues Partnerunternehmen

22. September 2025

Neumann & Kamp wird bei seinen Projekten rund um das Buch künftig mit der Zwey Verlagsgesellschaft zusammenarbeiten. Der Verlag mit Sitz in München ist auf Geschichtsthemen spezialisiert. Für unsere Kund:innen bedeutet dies, dass wir sämtliche Leistungen für Printprodukte aus einer Hand anbieten können — von der Unternehmer:innen-Biografie über die Firmenchronik bis hin zur Hochglanzbroschüre für Ihr Jubiläum.

Das Kernteam der Zwey Verlagsgesellschaft besteht aus der Verlegerin und Historikerin Katharina Roth sowie der Designerin Lu Wang. Beide haben in den letzten Jahren zahlreiche Projekte von Neumann & Kamp begleitet und wissen, wie ein gutes Buch gestaltet sein muss. In den kommenden Wochen werden wir die ersten gemeinsamen Buchprojekte vorstellen. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit.

Mehr zur Zwey Verlagsgesellschaft erfahren Sie hier: https://www.zwey-verlag.de

Foto: Lu Wang


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