Aktuelles

Atomkraft im Archiv

9. September 2025

Das Archivteam von Neumann & Kamp unterstützt das Berlin-Brandenburgische Wirtschaftsarchiv (BBWA) bei der Bearbeitung der Archivbestände des Kernkraftwerks Rheinsberg in Brandenburg. Das erste wirtschaftlich genutzte Kernkraftwerk Deutschlands wurde am 9. Mai 1966 in Betrieb genommen.

Das Kernkraftwerk Rheinsberg produzierte nicht nur Energie, hier wurde auch geforscht und ausgebildet. Es war viele Jahre ein wichtiger Arbeitgeber in der Region, zu Hochzeiten arbeiteten hier rund 650 Menschen. Ab den 1970er-Jahren schmückte das Prestigeprojekt der DDR sogar die Rückseite des 10-Mark-Scheins. 1990, drei Jahre nach einem schweren Störfall, wurde die kerntechnische Anlage endgültig abgeschaltet. Der Rückbau ist sehr aufwändig und wird noch viele Jahre andauern.

Die Archivbestände des Kernkraftwerks haben jetzt im BBWA in Berlin-Reinickendorf ihren Platz gefunden. Hier – und nach der Digitalisierung ausgewählter Schlüsseldokumente auch im Internet – werden sie in Zukunft für die Forschung zugänglich sein. Wir unterstützen das BBWA bei der konservatorischen Bearbeitung und Verzeichnung des Verwaltungsschriftguts. Das Projekt wird im Rahmen des Programms „Digitaler Wandel“ des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg gefördert.

Bilder: Einblicke in die Archivarbeit: Neumann & Kamp; Warte im Kernkraftwerk Rheinsberg, Januar 1990, Bundesarchiv, Bild 183-1990-0129-438 / Junge, Peter Heinz / CC-BY-SA 3.0.


Neue Studie: Rosner & Seidl in der NS-Zeit

6. August 2025

Im Auftrag der Ruth-Rosner-Stiftung haben wir die Geschichte des Münchner Wäscheeinzelhändlers Rosner & Seidl während der Zeit des NS-Unrechtsregimes aufgearbeitet. Als Ergebnis liegt nun eine 190 Seiten starke Studie vor.

Das traditionsreiche Wäschehaus Rosner & Seidl, 1873 gegründet, zählte bis zu seiner Schließung im Jahr 1988 zu den bedeutenden Einzelhandelsgeschäften Münchens. Die nun vorliegende Publikation beleuchtet die Entwicklung des Unternehmens während der Zeit des Nationalsozialismus. Im Zentrum stehen dabei sowohl die politische Haltung der Unternehmerfamilie Rosner und ihre Einbindung in das NS-Regime als auch die Geschäftsentwicklung im Kontext allgemeiner Entwicklungen der Textilbranche und der Kriegsjahre.

Ein weiterer Fokus liegt auf der Rolle politischer und sozialer Netzwerke im Nationalsozialismus: Geschäftsinhaber Edmund Rosner und seine Ehefrau Anni, geb. Obster, unterhielten Kontakte zur NS-Machtelite – bis hin zu Adolf Hitler persönlich. Diese Beziehungen hatten ihren Ursprung in einer früheren Liebesbeziehung von Anni Obster zu Dietrich Eckart, dem rechtsextremen Publizisten und geistigen Wegbereiter Hitlers. Eckart, der kurz nach dem Hitlerputsch 1923 starb, hatte Anni Obster zu seiner Haupterbin eingesetzt. Nach 1933 wurden diese Verbindungen auch im geschäftlichen Interesse der Firma genutzt.

Die Studie „Rosner & Seidl. Ein Münchner Unternehmen des Textileinzelhandels in der Zeit des Nationalsozialismus“ von Ina Deppe, Michael Kamp und Lukas Wollscheid ist als Band 11 der Schriftenreihe Veröffentlichungen des Bayerischen Wirtschaftsarchivs im Münchner Volk Verlag erschienen. Das Buch enthält zahlreiche Abbildungen und Grafiken zur Unternehmens- und Branchenentwicklung.


Buchpräsentation bei der Industrie- und Handelskammer für München und Oberbayern

31. Juli 2025

Auf Einladung der Industrie- und Handelskammer für München und Oberbayern wurde im Handelskammersaal des Stammhauses der IHK unser neues Buch Rosner & Seidl. Ein Münchner Unternehmen des Textileinzelhandels in der Zeit des Nationalsozialismus vorgestellt. Das 1873 gegründete und 1988 geschlossene Wäschehaus Rosner & Seidl gehörte einst zu den bedeutendsten Einzelhandelsgeschäften Münchens. In dem vom Bayerischen Wirtschaftsarchiv herausgegebenen Werk wird die Geschichte dieses mittelständischen Familienunternehmens während der NS-Zeit eingehend beleuchtet.

Bei der Buchvorstellung ordneten Ina Deppe, Lukas Wollscheid und Dr. Michael Kamp von Neumann & Kamp die Geschichte von Rosner & Seidl in den größeren Forschungszusammenhang zur Textilwirtschaft im Nationalsozialismus ein. Sie gaben Einblicke in die Quellen- und Textarbeit des Projekts und betonten die Relevanz historischer Aufarbeitung und Verantwortung.

In kurzen Ansprachen würdigten der Präsident der IHK für München und Oberbayern, Prof. Klaus Josef Lutz, der Leiter des Bayerischen Wirtschaftsarchivs, Dr. Richard Winkler, sowie die stellvertretende Vorsitzende des Stiftungsrats der Ruth-Rosner-Stiftung, Dr. Brigitte Huber, das im Volk Verlag erschienene Buch.

Das Publikum setzte sich aus Vertreterinnen und Vertretern der Archivlandschaft und der Wirtschaft sowie aus Personen mit persönlichem Bezug zum Wäschehaus zusammen. Bei einem anschließenden Empfang fand der Abend in angenehmer Atmosphäre seinen Ausklang.

Mehr zum Buch demnächst an dieser Stelle.

Fotos: NK


Online-Chronik zu 100 Jahren Medienbildung und Innovation

29. Juli 2025

Seit 2023 arbeiten wir für das Landesmedienzentrum Baden-Württemberg (LMZ) an einem medienhistorischen Museum. Ausgestattet mit zahlreichen interessanten Exponaten, soll es demnächst in den Räumen des LMZ in Karlsruhe eröffnen. Die finalen Vorbereitungen laufen derzeit auf Hochtouren.

Schon jetzt lässt sich die von uns recherchierte und aufbereitete Geschichte von „100 Jahren Medienbildung und Innovation“ als reich bebilderte Online-Chronik entdecken. Sie führt von explosionsgefährdeten „Lichtbildwerfern“ im Klassenzimmer über „kriegswichtige“ NS-Propaganda und die Anfänge des Lernens mit digitalen Spielen bis hin zum Digitalisierungsschub im Kontext der Corona-Pandemie und dem Einsatz von Robotik und KI im Unterricht.

1925 schlossen sich die Stadtbildstelle Stuttgart und die Württembergische Bildstelle zusammen und wurden zum Vorläufer des LMZ. Die Bildstellen verliehen Dias, Filme und Projektoren an Schulen, damit diese den Unterricht für ihre Schülerinnen und Schüler anschaulicher gestalten konnten.

Link zur Online-Chronik: www.lmz-bw.de/100-Jahre-Medienbildung-und-Innovation-in-BW.html

Weitere Informationen zum Jubiläum des LMZ: www.lmz-bw.de/wir-feiern-zukunft-aus-geschichte

#mitunsschreibensiegeschichte


200 Jahre „Hygiene, Health & Beauty“: Jubiläum der dreiturm GmbH in Steinau

4. Juli 2025

Die dreiturm GmbH in Steinau an der Straße feierte kürzlich ihr 200-jähriges Firmenjubiläum – gemeinsam mit zahlreichen Gästen aus Politik und Wirtschaft bei einem Festakt im historischen Rathaus der Stadt. Das 1825 als Seifenmanufaktur gegründete Unternehmen zählt heute zu den etablierten Herstellern hochwertiger Kosmetik- und Reinigungsprodukte und ist international ausgerichtet.                                 

In den vergangenen eineinhalb Jahren hatten wir Gelegenheit, die Geschichte des Unternehmens intensiv zu erforschen. Das Ergebnis dieser Arbeit ist ein Buch, das im Rahmen der Festveranstaltung erstmals präsentiert wurde. Dr. Nadine Beck, Leiterin dieses Projekts bei NK, und Lars Börgel, Geschäftsführer der dreiturm GmbH, hielten das Werk auch gemeinsam in die Kamera.

In einem Vortrag gewährten Dr. Nadine Beck und unser Geschäftsführer Dr. Matthias Georgi den Anwesenden einen Einblick in das Projekt sowie in die bewegte Geschichte des Unternehmens. In Kürze werden wir an dieser Stelle ausführlicher über die neue Publikation berichten.

Fotos: NK


Ausstellung zur Calwer Wirtschaftsgeschichte eröffnet

23. Mai 2025

Am 15. Mai 2025 wurde im Kesselhaus der ehemaligen Calwer Tuch- und Deckenfabriken die von unserer Stuttgarter Niederlassung konzipierte und umgesetzte Ausstellung „Fromm leben, kaufmännisch denken“ eröffnet. Sie widmet sich der Calwer Wirtschaftsgeschichte zwischen 1797 und 1914 und ist ein Programmpunkt im Jubiläumsjahr #Calw950. Rund 100 Gäste waren zur Vernissage gekommen, um einen ersten Blick auf die Ausstellung zu werfen.

Auf zwölf LED-Tafeln, einer digitalen Stele und mit zahlreichen historischen Objekten – von der Flachstrickmaschine über Turmuhr-Ziffernblätter, eine Glocke und verschiedene Glockenjoche bis hin zu Öfen, Ofenplatten und der Lochkartensteuerung eines Jacquardwebstuhls – wird diese wichtige Epoche der Calwer Wirtschaft lebendig. Die Exponate sind Leihgaben der Calwer Familien Bauer, Perrot, Weiß und Wagner. Die Vorgängerausstellung zur Geschichte der Calwer Zeughandlungscompagnie 1650–1797 wurde in die neue Ausstellung integriert.

Die Ausstellungsmacher Dr. Matthias Georgi und Toni Helmle von Neumann & Kamp gaben in kurzen, pointierten Beiträgen Einblicke in Genese, Konzept und Inhalt der Schau. Der Calwer Stadtarchivar Dr. Frank Engel skizzierte zudem den politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Rahmen der Epoche. Auch Calws Oberbürgermeister Florian Kling und der Unternehmer und Gastgeber Eckart Bauer für die Willy-und-Margot-Seiferheld-Stiftung richteten Grußworte an das Publikum.
Die Ausstellung ist voraussichtlich bis zum 14. September 2025 im Kesselhaus der ehemaligen Calwer Deckenfabrik zu sehen.

Öffnungszeiten:
Freitag: 14–17 Uhr
Samstag: 11–15 Uhr
Sonntag: 11–15 Uhr

Anschrift und Kontakt:
Kesselhaus der ehemaligen Calwer Deckenfabrik
Hirsauer Wiesenweg 2
75365 Calw
E-Mail: calwer.wirtschaftsgeschichte@gmail.com

Fotos: Toni Helmle (1,3,5); Thomas Helmle (2,3)


Die Geschichte der Lechwerke – Buchpräsentation in Gersthofen

20. Mai 2025

Vor kurzem wurde unser Buch „Strom für Bayerisch-Schwaben. Die Geschichte der Lechwerke“ der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Veranstaltung fand im historischen Dampfkraftwerk in Gersthofen statt. Am Rande der Veranstaltung sprachen Katharina Roth und Matthias Georgi, zwei der Autor:innen, vor der Kamera über ihre Arbeit an dem Projekt. Eine schöne Gelegenheit für uns und unseren Kunden, die Recherchen und einzelne Aspekte der Unternehmensgeschichte der Lechwerke anschaulich darzustellen.

Das dazugehörige Video über das Unternehmensarchiv und den „Schatz“, der darin bewahrt wird, wurde über die sozialen Netzwerke der Lechwerke veröffentlicht. Es bildete den Abschluss einer siebenteiligen Videoreihe der LEW, die sich unter anderem mit dem Beginn der Elektrifizierung Bayerisch-Schwabens und der Rolle der LEW, der Stromerzeugung und -nutzung (!) als Geschäftsmodell, der Frage, warum Männer ungeeignet zur Produktvorführung von Küchengeräten sind, sowie mit frühen Beispielen und Experimenten im Bereich Elektromobilität beschäftigte.

Die Videos wurden im Lauf eines Monats, von Mitte März bis April, nach und nach auf den Social-Media-Profilen der Lechwerke gepostet.

Foto: (c) LEW/Thorsten Franzisi


Projektabschluss für das MPI-M: 50 Jahre Klimaforschung

23. April 2025

Als wir im Herbst 2024 vom Max-Planck-Institut für Meteorologie (MPI-M) damit beauftragt wurden, die 50-jährige Geschichte des Instituts aufzuarbeiten, blieben uns nur wenige Monate Zeit. Schon im April 2025 sollte anlässlich des Jubiläums ein Senatsempfang mit anschließender Ausstellung im Hamburger Rathaus stattfinden.

Innerhalb des knappen Zeitplans haben wir ein über 160 Seiten starkes und bebildertes Manuskript erarbeitet, das die Geschichte des Instituts von seinen Vorgängerinstitutionen bis in die Gegenwart anhand von Fachliteratur, historischen Quellen und Erinnerungen von Zeitzeugen darstellt. Es dient als Grundlage für die Jubiläumsaktivitäten des MPI-M.

Die Ergebnisse unserer Recherchen sind in verschiedene Veröffentlichungen auf der Institutswebseite eingeflossen, darunter ein Zeitstrahl sowie Artikel, die die Geschichte des MPI-M beleuchten. Außerdem ist die Ausstellung „50 Jahre Klimaforschung“ seit dem 23. April 2025 kostenlos im Hamburger Rathaus zugänglich. Sie wurde vom MPI-M gemeinsam mit gwf-ausstellungen konzipiert und umgesetzt.

Das 1975 in Hamburg eröffnete MPI-M ist eine der bedeutendsten Klimaforschungseinrichtungen der Welt. Es betreibt Grundlagenforschung, die dazu beiträgt, dass wir den menschengemachten Klimawandel erkennen und verstehen und Aussagen über die Entwicklung des Klimas in der Zukunft treffen können. 2021 wurde Gründungsdirektor Klaus Hasselmann für seine Arbeit am Institut mit dem Nobelpreis für Physik ausgezeichnet.

Zeitstrahl auf der Webseite des MPI-M: https://mpimet.mpg.de/jubilaeum/geschichte-des-instituts


Projekt für das Archiv der Max-Planck-Gesellschaft

14. April 2025

Das Archiv der Max-Planck-Gesellschaft ist für die Sicherung und Nutzbarmachung der Überlieferung der Kaiser-Wilhelm- bzw. Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften zuständig. Es verwahrt unter anderem zahlreiche Vor- und Nachlässe bedeutender Forscher:innen – darunter viele Nobelpreisträger. Neumann & Kamp unterstützt das Archiv derzeit bei der konservatorischen Bearbeitung von Archivgut aus dem Bestand des Max-Planck-Instituts für Plasmaphysik.

Unser Archivteam arbeitet an einem ganz besonderen Ort: dem sogenannten „Turm der Blitze“. Der 20 Meter hohe Turm wurde errichtet, um im Inneren molekular- und atomphysikalische Experimente durchzuführen. Er gehörte zum von Albert Einstein gegründeten Kaiser-Wilhelm-Institut für Physik. Als das spätere Max-Planck-Institut Mitte der 1930er-Jahre ein eigenes Gebäude erhielt und damit auch der Versuchsturm gebaut wurde, war Albert Einstein bereits in die USA emigriert.

Der „Turm der Blitze“ steht mitten in einem Villenviertel in Berlin-Dahlem. Während des Zweiten Weltkriegs wurden hier erfolglos Experimente zur Entwicklung einer deutschen Atombombe durchgeführt. Heute nutzt das Archiv der Max-Planck-Gesellschaft das fensterlose Gebäude als Magazin. Für diese Umnutzung wurde Ende der 1990er-Jahre ein Stahlgerüst mit mehreren Ebenen in den Turm eingezogen. Der Teilchenbeschleuniger, dem der „Turm der Blitze“ seinen Spitznamen verdankt, wurde bereits kurz nach Kriegsende abgebaut.

Bilder: Britt Badekow (aktuelle Bilder), Archiv der Max-Planck-Gesellschaft, Berlin, VI. Abt., Rep. 1, KWIPhysik I/5.


Willkommen in Österreich

7. April 2025

Es wird Frühling in Salzburg – und pünktlich dazu eröffnet Neumann & Kamp eine Niederlassung in der viertgrößten Stadt Österreichs.
Unsere Niederlassungsleiterin Magdalena Fürthauer startet ihren Arbeitstag am liebsten mit einem Abstecher auf die Skipiste. Von diesem sportlichen Morgenritual können die Kolleg:innen an unseren anderen Standorten nur träumen.
Mit der neuen Niederlassung ist Neumann & Kamp nun im gesamten DACH-Raum vertreten – mit insgesamt sieben Standorten in Deutschland, der Schweiz und Österreich. Wir freuen uns auf viele spannende Projekte auch in Österreich.

Kontakt:

Neumann & Kamp Historische Projekte
Niederlassung Salzburg
Emil-Kofler-Gasse 12
5020 Salzburg
Telefon: +43 664 1853378
Fax: +49 89 3899 8294
E-Mail: salzburg@historische-projekte.at

Foto: Alex Person auf Unsplash


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