Sorgfältig recherchiert

Unsere wissenschaftlichen Recherchen sind die Basis unserer Tätigkeit – sei es für Bücher, Gutachten, Ausstellungen oder Social Media-Posts. Eine Recherche kann aber auch ein eigenständiges Projekt sein, bei dem es beispielsweise darum geht, einen Überblick über Archivbestände zu erhalten, einen historischen Sachverhalt zu rekonstruieren oder den Lebensweg einer Person nachzuzeichnen.

Nicht selten fällt aufgrund ergiebiger Rechercheergebnisse die Entscheidung, das Projekt auszuweiten. Die Rechereergebnisse sind dann beispielsweise die Grundlage für ein Buch, eine Ausstellung oder ein Geschichts-Wiki .

Wie gehen wir vor?

Die Recherchen führen uns in öffentliche und private Archive, in Bibliotheken und Museen. Über Zeitzeuginnen und Zeitzeugen gelangen wir aber teilweise auch zu kleinen Unterlagen-Beständen in Privatbesitz. Ob Person, Unternehmen oder Institution – Spuren finden sich in der öffentlichen, institutionellen und wirtschaftlichen Verwaltung; etwa in Meldedaten, Finanzunterlagen, Grundbüchern, Firmenanmeldungen und vielen weiteren Unterlagen. Unsere Aufgabe ist es, herauszufinden, wo es Schnittstellen zwischen unserem Untersuchungsgegenstand und der Verwaltung gegeben haben könnte. Wo könnten sich historische Akten heute befinden? Hierzu durchforsten wir die Datenbanken und Findbücher in den in Frage kommenden öffentlichen Archiven, in Unternehmensarchiven und anderen relevanten Einrichtungen. Meist werden wir fündig! Viele Akten, die sich als wichtige Informationsquellen herausstellen, finden sich aber auch in Altregistraturen und Kellern, auf Dachböden, in Schreibtischen und Schränken. Um diese Schätze zu finden und zu heben, sprechen wir auch mit früheren und heutigen Beschäftigten eines Unternehmens oder mit Angehörigen.

Zeitzeuginnen und Zeitzeugen sind eine wichtige Quelle für unsere Arbeit. In Interviews schildern sie uns ihre Erlebnisse und Erinnerungen. Oft hören wir auch Geschichten, die schon den Zeitzeugen vor Jahrzehnten erzählt wurden. So erfahren wir von Ereignissen, die manchmal mehr als einhundert Jahre zurückliegen. Diese Geschichten überprüfen wir auf ihren Wahrheitsgehalt. Sie bieten häufig einen Anhaltspunkt, um dann in einem Archiv gezielt nach weiteren Informationen suchen zu können. Grundsätzlich gilt für unsere Arbeit: Quellen werden mit der historisch-kritischen Methode aus der Geschichtswissenschaft analysiert – auch früher hat nicht jeder alles neutral und korrekt aufgeschrieben. Zudem überprüfen wir alle unsere Erkenntnisse, indem wir sie mit der aktuellen historischen Forschung abgleichen.

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