Die Arbeiten bei Neumann & Kamp gehen weiter

Die Geschichte der Bundesdruckerei von 1763 bis heute

Neues Buch

Mitte November fand in der Bundesdruckerei eine Veranstaltung zum Thema „30 Jahre Mauerfall“ statt. Die Bundesdruckerei, die direkt an der Mauer lag, ist wie kaum ein anderes Unternehmen mit der Geschichte verbunden. Bei der ZEIT-Veranstaltung wurde mit Gästen wie Wolfgang Thierse, Marion Brasch und Dr. Johannes Ludewig über das Ereignis und die Situation heute diskutiert. Neumann & Kamp bereitete für diesen Abend eine Ausstellung zur Mauergeschichte der Bundesdruckerei vor.

Tee über Bord!

Neuer Artikel im DATEV-Magazin

Dezember 1773: Drei mit Tee beladene Schiffe der British East India Company liegen bei
Boston vor Anker. Im Schutz der Nacht schleichen sich etwa hundert Männer an Bord, um die Ladung ins Wasser zu werfen. Diese „Boston Tea Party“ wird nicht ohne Konsequenzen bleiben.

Alle zwei Monate erscheint im DATEV-Magazin unter der Rubrik „Werte & Visionen“ ein Beitrag aus der Feder von Neumann & Kamp. Die Beitragsthemen reichen vom „Schachtürken“ über den Tulpencrash bis zur Erfindung der Kreditkarte.

Gründungsmythos Boston Tea Party

In der aktuellen August-Ausgabe beschäftigen wir uns mit diesem „epochemachenden Ereignis“ der US-amerikanischen Geschichte. Diese Widerstandsaktion war ein erster Schritt in Richtung Unabhängigkeit der USA vom britischen Mutterland.

Den Artikel gibt es hier zum kostenlosen Download. Das gesamte Magazin gibt es ebenfalls kostenlos online bei der DATEV.

Blick in DATEV Boston Tea Party

Historiker als „Myth Buster“

Spannender Rechercheauftrag


Myth Buster Robert Kieselbach, Christian Schwartz und Christoph Laugs (v. l. n. r.)

Paulsen: Ein friesisches Leben

Neues Buch

Über Frederik Paulsen, den Gründer von Ferring, ist eine neue Biografie erschienen. Sie beleuchtet nicht nur den Unternehmer, sondern auch den Menschen Frederik Paulsen.

Vor acht Jahren, Ende 2011, begann Neumann & Kamp mit den Recherchen für eine Biografie über den Mediziner und Unternehmer Friedrich/Frederik Paulsen (1909–1997), der während der NS-Zeit aus Deutschland geflohen war. Über Umwege gelangte er nach Schweden, wo er das heute international tätige Pharmaunternehmen Ferring gründete. Daneben engagierte er sich wie kaum ein Zweiter für das Friesentum.

Neue Paulsen Biografie erschienen

Pünktlich zum 110. Geburtstag dieser interessanten Persönlichkeit, im Juli 2019, ist nun die von Tobias Birken, Katharina Roth und Matthias Georgi geschriebene Biografie beim August Dreesbach Verlag erschienen.

Bio von Anfang an

Neues Buch

Der Talhof in Heidenheim ist der drittälteste Demeter-Bauernhof der Welt und feiert 90 Jahre Demeter-Bewirtschaftung mit einem Hoffest – und mit einer Chronik.

Anna Pezold, Tobias Birken und Matthias Georgi erzählen in der neuen Talhof-Chronik, wie aus dem alten Hof des Scharfrichters in Heidenheim 1929 ein Demeter-Bauernhof wurde und wie sich daraus bis heute eine lebendige Hofgemeinschaft entwickelt hat.

Das Buch ist als Gemeinschaftsprojekt zwischen Neumann & Kamp Historische Projekte, dem August Dreesbach Verlag und dem Amthor Verlag entstanden. Gedruckt wurde es auf nachhaltigen Apfel-Papier.

222 Jahre Schuster AG

Neues Buch

Wieder ist ein sehr schönes und informatives Buch über die Schweizer Textilindustrie erschienen. Neumann & Kamp half bei Recherchen, Redaktion und der Bildersuche.

Die Geschichte der Schuster AG in St. Gallen reicht bis in das Jahr 1795 zurück. Christoph Diethelm, Firmeninhaber und Präsident des Verwaltungsrates, verfasste zum 222-jährigen Jubiläum eine Historie seines Unternehmens, verstarb aber leider im Jahr darauf.

Gemeinsam mit Isabelle Diethelm, der Tochter des Verstorbenen, kümmerte sich Neumann & Kamp nun um die Veröffentlichung des Textes.

Cover 222 Jahre Schuster AG

Wertvoller Schlamm

Neuer Artikel für das DATEV-Magazin

Alle zwei Monate erscheint im Magazin der DATEV unter der Rubrik „Werte & Visionen“ ein Beitrag aus der Feder von Neumann & Kamp, in dem verschiedenste Aspekte rund um die Themen Steuern und Finanzen in historischer Perspektive vorgestellt werden.

In der Juni-Ausgabe des DATEV-Magazins beschäftigen wir uns mit einer Steuer, die auf den ersten Blick kurios erscheint: der Nilschlammsteuer. Doch im ausgekügelten Steuersystem der alten Ägypter spielte sie eine zentrale Rolle.

Hier gibt es den Artikel sowie das gesamte Magazin kostenlos zu lesen.

DATEV-Magzin

Frisch aus dem Druck

100 Jahre Heer & Co.

Wir freuen uns über ein weiteres spannendes Schweizer Projekt, das Buch: 100 Jahre Heer & Co. Es bringt uns die wechselvolle Geschichte der eidgenössischen Textilindustrie näher.

Heer & Co. war ein Zürcher Seidenunternehmen, gegründet und aufgebaut zu Beginn der Industrialisierung in Thalwil. Der wirtschaftliche Aufstieg des Zürcher Raums und der Schweiz ist ohne die Zürcher Seidenindustrie nicht zu verstehen. Die Geschichte von Heer & Co. folgt ihren Entwicklungen vom Aufstieg im 19. Jahrhundert über die Blüte zu Beginn des 20. Jahrhunderts bis hin zum Niedergang, der mit der Weltwirtschaftskrise einsetzte.

100 Jahre Heer & Co. Cover

Der History Marketing-Blog von Neumann & Kamp

Wenn Geschichte lebendig wird

Die Geschichte eines Lohnsteuerhilfevereins zu schreiben oder die Geschichte einer Baugenossenschaft – das klingt zunächst nicht unbedingt spannend. Wenn man sich jedoch in die alten Quellen vertieft, in handschriftlich verfasste Sitzungsprotokolle etwa oder vergilbte Schreibmaschinen-Durchschläge von Briefen, bekommt man einen ganz besonderen Zugang zu vergangenen Zeiten.

„Ein Heim für erwerbstätige Frauen und Mädchen“

So ließen die Recherchen zu der Chronik einer Baugenossenschaft die Stadt München in den 1920er-Jahren wiederauferstehen: Nicht nur Kunst und Kultur erlebten damals eine Blütezeit, auch die Baubranche boomte. In den Niederschriften der Aufsichtsratssitzungen des Bauvereins München-Haidhausen wurde die Planung, Finanzierung und Durchführung der damaligen Bauprojekte genau dokumentiert. Weil die handschriftliche Quelle in Sütterlin geschrieben ist, musste sie besonders genau gelesen und wichtige Teile transkribiert werden.

Die erste Seite des Protokolls der Gründungssitzung des Bauvereins München-Haidhausen vom 3. Februar 1919.

Ein Bauprojekt der Genossenschaft fiel aus dem Rahmen des Üblichen: Ein Heim für erwerbtätige Frauen und Mädchen, gebaut im Jahr 1925. Zu Beginn der Recherchen wussten wir Historiker nur, dass das Gebäude im Auftrag eines katholischen Vereins errichtet wurde. Dann fanden wir einen Namen: „Frau Amman“.

Eine unbekannte Heldin

Nachforschungen führten zu einer faszinierenden Frau, Ellen Ammann, einer deutsch-schwedischen Politikerin und katholischen Aktivistin. Das Wohnheim für arbeitende Frauen war nur eines von vielen Projekten, für die die sechsfache Mutter sich engagierte. Sie wurde 1919 in den Bayerischen Landtag gewählt und war eine erbitterte Gegnerin Adolf Hitlers. Sie gründete den katholischen Bayerischen Frauenbund Bayern und eine der ersten Ausbildungsstätten für soziale Arbeit in Deutschland.

Es gibt Literatur über Ellen Ammann, allerdings noch nicht viel. Zu den Spuren, die Ellen Ammann hinterlassen hat, gehörte eben auch die Erwähnung in den Protokollbüchern des Bauvereins München-Haidhausen. Und so sind wir auf diese spannende Frau gestoßen und sie wurde ein Teil unserer Geschichte, der Chronik einer Baugenossenschaft.

Wie durch die Lupe

„Mikrogeschichte“ faszinierte mich schon im Studium. Aus der genauen Betrachtung eines speziellen Ereignisses oder einer bestimmten Person lässt sich der Bogen zu den großen Erzählungen herstellen. Unsere Arbeit bei Neumann & Kamp besteht viel aus den kleinen Geschichten, aus dem Geschäftsalltag der Unternehmen oder Vereine, über die wir forschen und schreiben. Als Quellenmaterial steht uns oft ein Keller voller Dokumente zur Verfügung. So erschließen wir uns die Geschichte unserer Kunden Stück für Stück.

Gleichzeitig nehmen wir damit die Vergangenheit unter die Lupe – und entdecken immer wieder spannende Details. Für das Verständnis dieser Details ist es natürlich wichtig, sie im historischen Kontext zu betrachten. Aber manchmal ermöglichen sie umgekehrt einen ungewöhnlichen Blick auf diesen Kontext. Und dann wird Geschichte auf einmal lebendig: Auf der „Gänsewiese“ steht Ellen Ammann und betrachtet das eindrucksvolle dreiflügelige Gebäude, für „alleinstehende Frauen und Mädchen, die im Zusammenleben mit anderen Zusammenschluß und Rückhalt suchen ohne ihre Selbständigkeit aufgeben zu wollen“.

Lohnsteuerhilfe für alle

Einige Jahrzehnte später standen über 300 Menschen vor einem anderen Gebäude, einem unscheinbaren Büro in der Landsberger Straße. Auch diese Menschen begegneten uns bei einer historischen Recherche, diesmal zur Geschichte der Lohnsteuerhilfe Bayern e.V. Und sie wurden für mich zu einem anschaulichen Bild für die Aufbruchsstimmung der späten 1960er-Jahre, in der Tausende Gastarbeiter nach München kamen und die Stadt am Vorabend der Olympischen Sommerspiele 1972 ein modernes U- und S-Bahn-Netz bekam. Diese Gastarbeiter waren dringend auf die Beratung für die Steuerrückerstattung angewiesen – unter anderem deshalb wurde die Lohnsteuerhilfe Bayern gegründet.

Ein Gemälde als Werbung für die Lohi in den 1970er-Jahren.

Bisher begeisterte mich am Ende noch jedes historische Thema, über das ich geforscht und geschrieben habe (eine Ausnahme bilden hier vielleicht die Tagebücher von Joseph Goebbels). Und es sind gerade die kleinen Details und die Alltagsgeschichten, die die Vergangenheit zum Leben erwecken. Viele dieser Geschichten erscheinen uns heute fremd, andere wirken altbekannt und vertraut – und für mich enthalten sie vor allem diese Botschaft: Geschichte ist nicht langweilig, sie ist spannend und sie betrifft uns.

von Katharina Roth

München, Juni 2019